Diskurs

„Als ich früher meine Tochter zu ihrem Schulbus begleitete, dachte ich mir zu ihrer Belustigung oft Geschichten aus, während wir liefen. Eine davon war die Beschreibung der Erde und ihrer Bewohner aus der Sicht eines Aliens, das uns von einem Raumschiff über London aus beobachtete. Dieses Alien hatte bemerkt, dass die Erde von seltsamen, als Autos bezeichneten Kreaturen bewohnt wird, diehauptsächlich vier Räder haben, obwohl es auch große Bestien mit zwölf Rädern gibt, andere kleine Kreaturen mit nur zwei. Diese Kreaturen werden von einer Schar von Sklaven bedient, die sich auf Beinen fortbewegen und ihr ganzes Leben damit verbringen, ihnen zu dienen. Die Sklaven vergewissern sich ständig, dass die Autos mit ihrer flüssigen Nahrung gefüttert werden, wann immer sie Durst verspüren und geheilt werden, wenn sie in Unfälle geraten: außerdem helfen die Sklaven auch bei der Vermehrung und Beseitigung der Autos. Die Sklaven werden in Boxen untergebracht, die beinahe überall dort stehen, wo die Autos hinzufahren wünschen und die Sklaven sind stets dazu bereit, mitgenommen zu werden, wann immer sich das Auto in den Kopf setzt, sich fortzubewegen. Autos wurden nie dabei beobachtet, dass sie ohne die Begleitung von mindestens einem Sklaven irgendwohin fahren. Die Sklaven bauen und halten lange und komplexe Netzwerke instand, die aus freien Bahnen bestehen, sodass die Autos wenig Mühe haben, von Ort zu Ort zu gelangen. In der Tat scheint es so, als ob diese Kreaturen der Erde ständig von ihrer hofierenden Armee von Sklaven verhätschelt werden.”

„When I used to accompany my daughter to her school bus I often made up stories to amuse her as we walked. One was a description of the earth and its inhabitants as told by an alien examining us from a space ship above London. This alien had observed that the earth is inhabited by strange creatures called cars mainly with four wheels although some are great beasts with twelve wheels and some little creatures with only two. These creatures are served by a host of slaves who walk on legs and spend their whole lives serving them. The slaves constantly ensure that the cars are fed their liquid foods whenever they are thirsty and are cured if they have accidents: but the slaves also help in the reproduction and disposal of cars. The slaves are deposited in boxes set up almost everywhere a car wants to go and are always ready to be taken away as soon as the car makes up its mind to go somewhere else. Cars were never seen to go anywhere without at least one slave. The slaves build and maintain long and complex networks of clear space so that cars have little trouble travelling from place to place. Indeed the earth’s creatures seems constantly pampered by their fawning army of slaves.”

Aus: Daniel Miller: Driven Societies. In: ders.: Car Cultures. Materializing Culture. London 2001, S. 1.
(Übersetzung ins Deutsche: Saija Kontio)


Diese Anekdote zeigt eine scheinbar verkehrte Welt, in der Autos und Menschen die Plätze getauscht haben. Denken wir genauer nach: Ist der Aufwand, den die Menschen für ihre Autos betreiben, nicht ziemlich groß? Wir leben in einer Autogesellschaft, in der Häuser für Autos gebaut werden.

Die Diskursgarage zeigt die Vielfältigkeit des Ortes Garage auf und macht weit verbreitete klischeehafte Bilder sichtbar. Der Besuch in den virtuellen Garagenwelten auf dieser Website soll dazu anregen, einen differenzierten Blick auf Garagen zu werfen: Sind Garagen wirklich nur Räume für Autos? Oder passieren dort auch Dinge, die nicht zwangsläufig etwas mit Autos zu tun haben? Woher kommen bestimmte Garagenbilder in unseren Köpfen? Warum werden Garagen so oft mit Männern assoziiert? Wie oft stellen wir uns Frauen im Blaumann vor, die in ihrer Garage an ihrem Auto rumschrauben? Welche Menschen und Gegenstände oder gar Sammlungen von Dingen warten hinter den Toren, wenn wir sie öffnen? Wem dient die Garage als Treffpunkt? Wie sind Garagen in den Alltag von Menschen eingebunden? Ist das Garagentor ein Tor zu einem anderen Teil des Lebens und findet dieser Lebensbereich losgelöst vom Alltag außerhalb der Garage statt?

Garagenarchitektur

Das Wort Garage stammt aus dem Französischen und ist mit dem Wort garer (abstellen, parken; sich in Sicherheit bringen) verwandt.

Gerhard Köbler: Deutsches Etymologie Wörterbuch. 1995. S. 141.

Simpsons


Eine der wohl bekanntesten Garagen der Popkultur ist die der Familie Simpson. Dieser dem Wohnhaus angegliederte Abstellort für ein Auto ist ein Beispiel für die Privatgarage, häufig in Einfamilienhaus-Siedlungen zu finden. Die Privatgarage ist aber auch ein wesentliches Kennzeichen der US-amerikanischen Suburbia, jener Vorstadtviertel, die im Zuge der Suburbanisierung zunächst in den USA, dann in allen Industrieländern durch eine enorme Zunahme der Automobilität der Angehörigen der Mittelschicht seit 1945 entstanden.

Privatgarage


Ab 1900 lösten erste Automobile mehr und mehr Pferdekutschen ab, welche damals den Transport von Menschen und Waren auf Straßen dominierten. In den Anfangsjahren der Motorisierung waren Autos ein Luxus, der lediglich einer kleinen Oberschicht zugänglich war. Die ersten Garagen waren frei gewordene Pferdeställe. Sie wurden demnach nicht zum Zweck des Autoabstellens gebaut, sondern erst dazu umfunktioniert.

Mit jedem zusätzlichen Automobil auf den Straßen der Großstädte wuchs der Bedarf an neuen Bauwerken für die Kraftfahrzeuge. Neben dem Bau von Straßen und Brücken wurde Platz für das Parken der Autos benötigt. In der Enge der Metropolen ließen sich schnell innovative Lösungen finden. Bereits seit Beginn des 20. Jahrhunderts gab es moderne Parkhäuser, welche damals noch als Hochgaragen oder Großgaragen bezeichnet wurden. Dabei kamen von Anfang an Systeme wie die Auf- und Abfahrrampen ebenso wie Autolifts zum Einsatz, um Fahrzeuge platzsparend auf mehreren Etagen übereinander abzustellen.

Parkhaus


Die einstigen Prestigebauten, die für die ersten Autos geschaffen wurden, verloren ab den 1950er Jahren mehr und mehr an Glanz. Aus exklusiven Prachtbauten, in denen zumeist das Abstellen des Autos mit dem Reparaturservice verbunden war und in denen sich darüber hinaus auch Restaurants, Casinos und sogar Hotels für die Automobilbesitzer_innen befanden, wurden immer häufiger schmucklose Zweckbauten. Stahl und Beton behielten die gestalterische Oberhand, es entstanden auch immer häufiger unterirdische Parkhäuser – die Tiefgaragen. Die eher kühle und dunkle, bisweilen sogar gespenstische Atmosphäre der modernen Parkhäuser und Tiefgaragen ist der Grund für ein vorrangig negatives Image dieser Orte. Postmoderne Stadtplanung und Architektur versuchen, diese unentbehrlichen Funktionsbauten durch Licht- und Farbspiel sowie Begrünung mit Pflanzen angenehmer zu gestalten.

Tiefgarage


In Städten mit großzügigerem Raumangebot entstanden viele Garagenzeilen. Sie sind eine Art kollektive Privatgarage und befinden sich meist in Randlagen von Wohngebieten oder auf Grundstücken minderen Bodenwertes, z.B. in Bahnnähe; in Ost- und West-Berlin zu Zeiten der Teilung der Stadt häufig auch in Mauernähe.

Gargenzeile


Vorgefertigte Containergaragen sind standardisierte Boxen, die abhängig von den Ausmaßen eines Automodells in verschiedenen Größen produziert werden. Sie können einzeln oder gruppiert schnell angeordnet werden und nach Bedarfsende ebenso schnell verschwinden.

Containergarag


Der Aufwand, den Liebhaber_innen betreiben, um ihren Fahrzeugen Schutz zu geben, sie wohnraumnah abzustellen oder schlichtweg zu präsentieren, kennt keine Grenzen. Carloft-Konzepte erlauben es den Autobesitzer_innen, ihre Autos in ihrer Wohnung abzustellen. Dazu transportiert ein Autofahrstuhl das Fahrzeug vom Straßenniveau mehrere Stockwerke aufwärts direkt in die Wohnung oder auf Autobalkone. In der Folge müssen aufwendige Lüftungssysteme installiert werden, um Autoabgase aus dem Wohnraum abzusaugen.

Carloft


In der sich stetig wandelnden Architektur der Garagen und Parkbauwerke lässt sich zum einen die Entwicklung der Automobilindustrie und ein Fortschreiten technischer Möglichkeiten ablesen. Aber auch die gesellschaftliche Bedeutung des Fahrzeugbaus und des Autos im Allgemeinen lassen sich anhand der Gestaltung und Ausstattung von Bauten mit Parkfunktion festmachen, ebenso wie am Aufwand, der betrieben wird, um immer neue Parkideen und Garagenbauwerke zu schaffen.

Nachweise:
Matthias Hardinghaus: Zur amerikanischen Entwicklung der Stadt. Ein Beitrag zur Kulturgenese des City-Suburb-Phänomens unter besonderer Berücksichtigung protestantisch-calvinistischer Leitbilder. Frankfurt am Main 2004.

Joachim Kleinmanns: Parkhäuser. Architekturgeschichte einer ungeliebten Notwendigkeit. Marburg 2011.

Garage und Gender

In Sam Mendes‘ Film American Beauty stellt die Garage einen Ort dar, in den der von einer Midlife-Crisis geplagte Protagonist Lester (Kevin Spacey) vor seiner suburban-bürgerlichen Kleinfamilie fliehen kann und zumindest in Ansätzen versucht, sich selbst zu verwirklichen. Die Garage wird hier zu einem Raum, an dem abseits von gesellschaftlichen und familiären Normen und Konformitätszwängen etwas gelebt werden kann, was im alltäglichen Leben außerhalb der Garage so nicht möglich ist. Lester entzieht sich der Kontrolle seiner Ehefrau und verhindert somit, sich für sein selbstbestimmtes Handeln vor der Familie rechtfertigen zu müssen.

Die Garage bietet hier einen Zufluchtsort, einen Ort der Utopie, der nach den eigenen Bedürfnissen gestaltet werden kann. Sie dient der Abschirmung vor Menschen und Normen, die diese persönliche Utopie gefährden.



Garagen sind allerdings nicht einfach nur Orte der eigenen Utopien. Sie sind im privaten Leben oft Orte für Männer, vor allem in vielen medial transportierten Beispielen steht der Aspekt der Garage als positiv bewerteter männlicher Utopieraum im Vordergrund. Warum wird das Bild der Garage als Ort, in den meist weiße heterosexuelle Männer der einengenden Sphäre des Haushalts entfliehen können, Abstand zu ihren Ehefrauen finden und ihren ganz eigenen, „typisch männlichen“ Interessen nachgehen können, in einigen Medien hochgehalten? Bilder von Männern, die neben der eigentlichen Erwerbsarbeit am Auto rumschrauben, Geschichten von Motorradclubs, Mythen von Firmengründungen im Bereich der Computerindustrie – das sind bei vielen Menschen präsente Vorstellungen zu Garagennutzungen. In der im Folgenden zu sehenden Ikea-Werbekampagne scheint es nicht einmal mehr notwendig, diese Bilder zu zeigen. Bereits der plumpe Slogan „Männer haben Garagen, Frauen haben Pax.“ ruft automatisch bestimmte Szenen von Männern in Garagen auf.



Die Überlegung, dass sich in baulichen Strukturen Geschlechterverhältnisse ablesen lassen, bietet Möglichkeiten, Garagenräume anders zu lesen und über sie nachzudenken.

Gleichzeitig sind Garagen aber auch materialisierte Strukturen, die Geschlechterverhältnisse produzieren und reproduzieren. Sie sind in gesellschaftliche und soziale Strukturen eingebundene Räume – beeinflussen unseren Alltag und werden von unserer Gesellschaftsordnung beeinflusst. Sowohl in den Film-Beispielen als auch in der Werbung wird eine Einteilung der Gesellschaft in „Männer“ und „Frauen“ vorgenommen, die keinen Raum für andere Identitäten bereitstellt. Diese Einteilung schafft stereotype Bilder von Geschlechterrollen, wobei die Männer in ihrer von Medien und Gesellschaft hergestellten Männlichkeit die Garagen als ihren Ort zugewiesen bekommen. In der klassischen Eigenheimarchitektur bleibt Frauen ein Pendant oft verwehrt. Ihnen zugedachte Orte hängen ebenso an stereotypen Bildern, wie bei Männern. Diese Orte für Frauen sind allerdings nur in den seltensten Fällen Orte der Utopie und Selbstverwirklichung. Die durch stereotype Rollenbilder für Frauen vorgesehenen Orte sind mit Pflichterfüllung verbunden.

Müssen Frauen tatsächlich auf einen Ikea-Kleiderschrank als Ort der Selbstverwirklichung zurückgreifen? Oder ist ein weibliches Pendant zur Garage heute vielleicht doch vorhanden?

Wie aktuell ist die Forderung nach einem Zimmer für sich allein, die Virginia Woolf in ihrem gleichnamigen Roman bereits 1929 stellte?

Die Garage erfüllt über diese Aspekte hinaus eine besondere Schutzfunktion. Sie bietet eine Art Schutzraum, in dem Verbotenes und Illegales geschehen kann. Diese Schutzfunktion macht es jedoch auch möglich, gesellschaftlich Verpöntes zu leben, sodass die Nutzenden von Garagen an diesem Ort so sein können, wie sie es für richtig halten.
Durch eine rein funktionale Nutzung bietet die Garage scheinbar einen idealen Raum, um hinter verschlossenen Toren ungehindert und verborgen unter dem Deckmantel der vermeintlichen und ursprünglich erdachten Nutzung des Autoparkens zu agieren und Eintrittserlaubnisse im Bezug auf Menschen und Lebensentwürfe auszusprechen – oder eben nicht.



Zurück zu American Beauty: In der Vorstellung des scheinbar homophoben Nachbarn Frank (Chris Cooper) wird Lesters Garage durch eine als homoerotische Handlung missverstandene Beobachtung durchs Fenster zu einer Art Projektionsraum, der Schutz imaginiert. Darum wird in dieser Garage ein späteres Outing Franks erst möglich. In Lesters Garage ist das Bekennen zur Homosexualität möglich, weil sie einen Gegensatz zur Welt außen darstellt, in der Franks innere Gefühlswelt verschlossen bleibt und gesellschaftliche Zwänge sein Handeln mitbestimmen. Er scheitert mit der Auflösung des Missverständnisses. Lester weist die eindeutigen Annäherungsversuche seines Nachbarn zurück. Die Garage als Ort, die an Lesters Person als heterosexueller Mann geknüpft ist, ist der Grund des Zusammenbrechens der Idee von Schutzraum für Frank in seiner persönlichen Situation.



Wie durch die Beispiele gezeigt wurde, handelt es sich bei Garagen zumeist um männliche und heterosexuell konnotierte Räume. Sie werden sowohl in medialen Beispielen als auch im Alltag von Männern eingenommen und durch eine Nutzung räumlich markiert – sie werden zu „Men Caves“ („Männerhöhlen“), in denen sie „herrschen“.

Nachweise:
Susanne Frank: „The Beautiful Source of Suburban Womanhood“. Die „Architektur der Gesellschaft“ aus Sicht der Gender Studies. In: Joachim Fischer; Heike Delitz (Hg.): „Die Architektur der Gesellschaft. Theorien für die Architektursoziologie. Transcript, Bielefeld 2009. S.253-287.

Virginia Woolf: A Room of One’s Own. Hogarth Press, London.

Virginia Woolf: Ein eigenes Zimmer. Essay. Fischer, Frankfurt am Main 2001.

American Beauty. R.: Sam Mendes. USA 1999.

Ikea-Spot "Garage Talk". R.: Jun Diaz. Kanada 2008.

Simpsons - Intro. R.: Matt Groening. USA 2013.

Garage und Mythos

Viele für Garagen elementare Ideen wurden an anderen Stellen an Diskursbeispielen bereits deutlich gemacht: Garagen als Schutzraum, aus dem häusliche und gesellschaftliche Normen und Konventionen ausgeschlossen werden. Garagen als Räume der Utopie, in denen Man(n) sich selbst verwirklichen kann. Garagen als Welten, in denen eigene Regeln gelten.

Mit diesen Eigenschaften stellt die Garage einen scheinbar idealen Ort für das Wirken von „Genies“ dar. Die Geschichte zeigt, dass von uns alltäglich genutzte Technologien und Gegenstände von Firmen entwickelt und produziert werden, die einst ihren Anfang in einer Garage nahmen wie im Fall von Ford, Harley- Davidson, Walt Disney, Barbie, Google sowie Steve Jobs und Steve Wozniak, die ihren Apple-Computer in einer Garage in Kalifornien bauten. Einer der ersten Konzerne, der die Garage in der fortlaufenden Firmengeschichte sogar zu Marketingzwecken nutzte, war das IT-Unternehmen Hewlett-Packard.

Rules of the Garage

Die Garage, in der 1939 William Hewlett und David Packard im Silicon Valley ihr eigenes Projekt verfolgten, war der Aufhänger für eine Werbekampagne. Sie mystifiziert die Firmengründungsgarage, und bildet gleichzeitig das Erfolgsrezept ab, welches die Firma so groß machte (Die elf Regeln der Garage / The Eleven Rules of the Garage). Die selbst gegebenen Regeln fassen den Glauben an den Erfolg, an die Unabhängigkeit und den Glauben daran, dass durch eigene Kraft alles vollbracht und die Welt verändert werden kann, zusammen. Sie bilden den Kern des „Mythos Garage“.



The Eleven Rules of the Garage
1. Believe you can change the world.
2. Work quickly, keep the tools unlocked, work whenever.
3. Know when to work alone and when to work together.
4. Share – tools, ideas. Trust your colleagues.

5. No Politics. No bureaucracy. (These are ridiculous in a garage.)
6. The customer defines a job well done.

7. Radical ideas are not bad ideas.
8. Invent different ways of working.
9. Make a contribution every day. If it doesn’t contribute, it doesn’t leave the garage.
10. Believe that together we can do anything.

11. Invent.
Die elf Regeln der Garage
1. Glaube daran, dass du die Welt verändern kannst.
2. Arbeite schnell, halte das Werkzeug griffbereit, arbeite wann immer es möglich ist.
3. Wisse immer, wann man zusammen und wann man alleine arbeiten sollte.
4. Teile – Werkzeuge, Ideen. Vertraue deinen Kollegen.
5. Keine Machtspielchen. Keine Bürokratie. (Das ist lächerlich in einer Garage.)
6. Der Kunde bestimmt, wann ein Job gut gelungen ist.
7. Radikale Ideen sind keine schlechten Ideen.
8. Erfinde andere Formen zu arbeiten.
9. Leiste jeden Tag einen Beitrag. Wenn etwas keinen Beitrag leistet, verlässt es die Garage nicht.
10. Glaube daran, dass wir zusammen alles schaffen können.
11. Erfinde.


Übersetzung ins Deutsche: Saija Kontio



Der „Mythos Garage“ ist eine Art, den „American Dream“ zu verfolgen. Darum ist es kein Zufall, dass es sich zumeist um US-amerikanische Beispiele handelt. Es sind jedoch nicht nur US-amerikanische, sondern beinahe ausschließlich männliche Erfolgsgeschichten. Geschichten, die sich um den Mythos der Garage ranken, kultivieren darum das Pathos einer männlichen Geniehaftigkeit. Dieses Narrativ um das männliche Genie verschleiert Fragen danach, warum Frauen hier keine oder nur eine kleine Rolle spielen. Und sie haben ihren Anteil daran, zu erschweren, dass Frauen Teil von großen, prestigeträchtigen und marktführenden Ideen und Unternehmen sind oder als solche gesehen werden.

Nachweise:
Detlef Borchers: Mythos Garage. In: Die Zeit, Nr. 7/ 2000, 10. Februar 2000.

Jürgen Schmieder: Mythos Garage. In: Süddeutsche Zeitung, 18. Februar 2014.

Texte und Headliner-Bild von Saija Kontio und Tobias Schmidt;
Zeichnungen von Tobias Schmidt